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Wissen › FAQ
Aus was besteht Tränenflüssigkeit?
Sie fließt im Anschluss durch die so genannten Tränenpünktchen ab, sammelt sich im Tränensack und sickert dann in die Nase, um dort zu verdunsten.
Tränenflüssigkeit ist ein alkalisches, leicht salzig schmeckendes, Körpersekret und besteht aus einer wässrigen Phase, einer Schleimphase und einer Lipidphase. Dabei macht der Wasseranteil 98% der Zusammensetzung aus. Die übrigen zwei Prozent beinhalten Mineralstoffe, gelöste Eiweiße und das Enzym Lysozym. Dieser Bestandteil besitzt die besondere Fähigkeit, die Zellaußenwände von eventuell eindringenden Bakterien zu zersetzen. Das Human-Enzym Lysozym verstärkt also die Schutzfunktion der Tränenflüssigkeit durch seine quasi antibakterielle, keimtötende Wirkung.
Auf der Augenoberfläche liegt der Tränenfilm in drei Schichten. Die äußere Schicht stellt die Lipidschicht, die der Verdunstung der unterliegenden Schichten - des wässrigen Anteils - verhindert und die glänzende Außenschicht des Auges bildet . Sie ist um die 100 nm dick. Sie setzt sich aus Cholesterin, Cholesterinester, Troglyzeriden sowie Phospholipiden zusammen und besteht aus dem Sekret der Meibom-Drüsen. Da einige Bestandteile wasserabweisend sind, bilden sie eine stabile Zwischenschicht zur wässrigen Phase des Tränenfilms. Die elektrische Ladung der Phospholipide sorgt für die gleichmäßige Verteilung der Flüssigkeit auf dem Auge.
Die mittlere Schicht des Tränenfilms trennt die Lipidphase und die Mucidphase (schleimphase) voneinander. Sie besteht hauptanteilig aus Wasser und stellt die dickste Schicht des Films. Der Übergang zur untersten Mucinschicht ist fließend, so dass zum Augapfel hin der Bestandteil an schleimbildenden Mucopolysacchariden zunimmt. In der mittleren Schicht befinden sich auch das basische Lysoyzm und das saure Albumin, dadurch wir der ph-Wert neutral gehalten. Ein wichtiger Bestandteil ist auch das zur Immunabwehr notwendige Laktoferrin. Es ist in der Lage das für Bakterien notwendige Eisen zu binden und der Bildung von Keimen auf diese Weise die Nährstoffe zu entziehen. Das Auge wird jedoch entgegen der gängigen Annahme nicht von der wässrigen Schicht feucht gehalten, sondern von der unteren Mucinschicht. Die mittlere Phase dient der ausreichenden Wasserversorgung der darin enthaltenden Mucine.
