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Wissen › FAQ

Woher kommen Durchblutungsstörungen im Auge?




Das Auge kann ohne eine ausreichende Durchblutung nicht richtig funktionieren. Das gilt bekanntlich für alle Organe. Besonders die Durchblutung der Netzhaut ist von größter Wichtigkeit. Sie erfolgt über die Zentralarterie, welche durch den Sehnerv in das Auge eintritt. Dort unterteilt sie sich in vier größere Gefäßeste, die sich dann bis zu feinen Kapillaren (Haargefäße) immer weiter aufzweigen.

Durch diese Kapillaren werden die Ganglienzellen der Netzhaut ernährt. Die Ganglienzellen sind die Ausgangsneuronen oder -nervenzellen, die die visuellen Informationen über den Sehnerv zur nächsten Schaltstation im Gehirn dem Ganglion geniculatum laterale weiter leiten. Der Blutabfluss oder -rückfluss erfolgt dann über die Venen der Netzhaut. Diese vereinigen sich aus kleineren Gefäßen über vier größere Gefäßeste bis zur Zentralvene.

Die Zentralvene verlässt mit dem Sehnerv das Auge. Aus den umgebenden Gefäßen und aus den Ästen der Zentralarterie erhält der Sehnerv selbst die erforderliche Blutversorgung. Dieses Blut verlässt das Auge über die entsprechenden Venen.

Es gibt viele verschiedene Ursachen für den Verschluss der Zentralarterie des Auges oder eines ihrer Äste. So sind von einer allgemeinen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) des Körpers in der Regel auch die zu Kopf und Auge führenden Gefäße betroffen.

Schreitet die Arteriosklerose fort, so kann es dadurch zu einem Verschluss der Zentralarterie oder ihrer Äste kommen. Möglich ist auch, dass bei einer Verkalkung der Halsschlagader sich Ablagerungen loslösen und dann mit dem Blutstrom bis in die Zentralarterie gelangen. Hier können sie hängen bleiben und ebenfalls zu einem Verschluss des Gefäßes führen.

Eine weitere Möglichkeit des Gefäßverschlusses besteht durch einen Blutpfropfen aus dem Herzen. Ist ein Zentralarterienverschluss gleichzeitig ein Teilsymptom einer allgemeinen Arterienentzündung, dann sind sogar beide Augen bedroht.

Folgende Faktoren können einen Verschluss der Zentralvene oder eines ihrer Äste begünstigen:

Hoher Blutdruck
Blutgerinnungsstörungen
Zu geringe Fließfähigkeit des Blutes
Verengung der Halsschlagader.
Bei Frauen die Einnahme von Tabletten zur hormonellen Empfängnisverhütung
Neigung zum Venenverschluss bei Übersichtigkeit
Grüner Star (Glaukom).

In schweren Fällen des Verschlusses der Zentralvene macht der Rückstau des Blutes die Durchblutung in den Kapillaren unmöglich, wodurch die Ernährung der Netzhaut verhindert wird. Hingegen ist bei leichteren Fällen die Durchblutung der Kapillaren noch erhalten.

Die Ursachen für Durchblutungsstörungen des Sehnerven und des Verschlusses der Zentralarterie sind dieselben. Durchblutungsstörungen des Sehnervs können ebenfalls unterschiedliche Ausmaße annehmen.

Je nach Schweregrad kommt es zu einer nur leicht verminderten Sehschärfe mit geringen Gesichtsfeldausfällen bis zur plötzlichen vollständigen Erblindung. Deshalb sind Durchblutungsstörungen im Auge stets ernst zu nehmen und abzuklären.